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Pressebericht vom 14. April 2012
     
"Kein Hobby, sondern Notwendigkeit"
Jägervereinigung Oberlahn präsentiert seine Hegeschau / Jäger werden ausgezeichnet

Weilburg-Ahausen (dn). „Die Trophäen sind der Stolz jedes Jägers" - das hat der Vorsitzende der Jägerver- einigung Oberlahn Helmut Nolten bei der Hegeschau der Jägervereinigung Oberlahn am Samstag im großen Saal des Bürgerhauses Ahausen festgestellt. Zur Schau hatte die Jägervereinigung mit der Unteren Jagdbehörde des Landkreises Limburg-Weilburg eingeladen.

Von einem „ganz normalen Jahr", allerdings mit teilweise geringerem Streckenergebnis, berichtete Kreisjagdberater Klaus Ahlborn. So wurden im Jagdjahr 2011/12 75 Stück Rot­wild (Vorjahr 78) erlegt, 942 Stück Schwarzwild (1187), 1498 Rehe (1751), von denen allerdings etwa 400 Fallwild (überwiegend aus Verkehrsunfällen) waren. Beim Fuchs zählt die Statistik 750 (1060) und bei den Dachsen 92 (109). Die weiteren Streckenzahlen sind 77 Hasen, 115 Kaninchen, 16 Steinmarder, drei Baummarder, zwei Iltisse, ein Hermelin und auch acht Waschbären.

Beim Flugwild waren es 269 Rabenkrähen, 232 Stockenten, 138 Elstern, 77 Ringeltauben, 19 Nilgänse, drei Türkentauben sowie je zwei Fasane und Mäusebussarde.
Das teilweise geringere Streckenergebnis begründete Ahlborn auch mit dem reichen Bucheckern- und Eicheljahr, das die Tiere mehr im Wald gehalten und weniger in Maisfelder getrieben habe. Über Schäden durch extremen Frost, etwa bei den Frischlingen, ist nichts bekannt geworden.

Auch die Wildschäden sind „vertretbar", sagte der Weilburger Forstamtsleiter Werner Wernecke.

Landrat Manfred Michel (CDU) stellte fest, dass die „Hege und Pflege in der Jagd kein Hobby, sondern absolute Notwendigkeit" ist. Für die Hilfe mit Kormoranabschüssen bedankte sich Reinhard Kohl, Vorsitzender des  Fischerei- Sportvereins Oberlahn.

Der Vorsitzende Helmut Nolten bezeichnete es als wichtig, Brauchtum und Tradition zu wahren in einer „überregulierten Zeit" und rief zu mehr Öffentlich- keitsarbeit auf: „Die Jägerschaft verdient größere Anerkennung."

370 Jäger sind als Mitglieder im Altkreis Oberlahn organisiert. An vier von ihnen wurde der „Silberne Bruch" vergeben: Für stärkste Keiler an Tristan Pitz (Revier Odersbach) und Klaus Möller (Hessenforst), für die stärksten Rehböcke an Dorothee Grebe (Revier Ahausen) und Volker Dumpich (Revier Aulenhausen).

 

Im Jahr 2011/2012 wurden weniger Tiere geschossen, als im Vorjahr. Und an Hans-Jürgen Horn aus Niedershausen wurde die Hegemedaille verliehen, weil er im Winter Frischlinge auf der Straße nach Löhnberg gefunden, gerettet und dann weiter gepflegt und aufgezogen hatte. Die gleiche Ehrung bekam Ehrenmitglied Hans Wiens für 65­jährige Mitglied- schaft. Der heute in Bingen lebende gebürtige Weilburger ist zudem 75 Jahre Mitglied im Deutschen Jagdschutzverband und ist laut dem 2. Vorsitzenden Klaus Pfeiffer 200 Jahre ehrenamtlich im Einsatz.

Fotogalerie: Siehe unter Bilder !

Ehrung von Dr. Hans Wiens (Biologe)

Kleine Laudatio
Am 23.11.1921 wurde Hans Wiens in Weilburg, in der Frankfurter-Str. 16, geboren. Nach dem Abitur am Gymnasium Philippinum studierte er Biologie. In dieser Fakultät promovierte er auch später.
Hans Wiens hat die waidmännischen Gene von Großvater Gustav Karthaus abbekommen, der ebenfalls leidenschaftlicher Jäger war.

Zu den Lebensinhalten von Hans Wiens zählen nun einmal von Anbeginn bis zum heutigen Tage das Deutsche Waidwerk und die Biologie. Er absolvierte bereits mit 16 Jahren, im Frühjahr 1937, die erste Jägerprüfung unter den Fittischen von „Kreis- jägermeister Horst“, was für damalige Verhältnisse wirklich eine Seltenheit war. Prüfungsrelevant war das Reichsjagdgesetz. Somit war die Aufnahme in die „Deutsche Jägerschaft“ erreicht. Dieser Dachverband ist als Vorläufer vom „Deutschen Jagdschutz Verband (DJV)“ anerkannt.

 

Damals standen ihm in und um Weilburg alle jagdlichen Gelegenheiten offen, die auch rege genutzt wurden. Dann kam der zweite Weltkrieg. Hans Wiens kam als Offiziersanwärter zum „Gebirgsjägerregiment 139 Innsbruck“. Im Jahre 1941 bestand er die damals benötigte zweite Jägerprüfung über alles Gebirgs- wild. Seine Jagdflinte begleitete ihn auch in der Kriegszeit.

Hans Wiens ist auch Mitbegründer der Jägerver- einigung Kreis Oberlahn (JVO), die wohl im Frühjahr 1947 in unserer damaligen Kreisstadt Weilburg gegründet wurde. Er ist lebendiges Gründungsmitglied mitten unter uns. Also ein Jagdfreund der ersten Stunde. Sein Eintrittsdatum ist der 20.03.1947.

Dies bedeutet 65 Jahre aktive und treue Mitgliedschaft in der Jägervereinigung Oberlahn e.V


  Von 1952 - 1963
Von 1955 - 1963
Von 1947 - 1986  
Von 1991 - heute
war er Hegeringleiter in Weilburg
Schriftführer im Vorstand der JVO.
Mitglied im Jagdspanielklub e. V.
ist Dr. Hans Wiens Ehrenmitglied in unserer JVO.


Er war Jagdhundeführer und Züchter. Das Führen eines jagdlichen Tagebuches war selbstverständlich. Ein „Professor Allwissend“ in Sachen Natur und Kreatur. Dies zeigen und belegen die Daten und Fakten einer Vielzahl weiterer Ehrenämter in den Landesjagd- verbänden „Baden- Württemberg“ und überwiegend „Rheinland- Pfalz“, wo er unter anderem Schriftführer und Vizepräsident war. Mithin sind von unserem hochgeschätzten Jagdfreund Dr. Hans Wiens in Summe ca. 200 Jahre Funktions- und Ehrenamtstätigkeit geleistet worden. Dies ist ein bis hierhin unüber- troffenes Engagement und zeugt von grenzenlosem Idealismus. Einfach gigantisch. Ein Vorbild und Ansporn für uns alle, unseren Jagdverein ohne „Wenn und Aber“ professionell und brauchtumspflegend in die Zukunft zu führen.   Wir verneigen uns in Freude mit großem Respekt vor unserem Ehrenmitglied und Jubilar Dr. Hans Wiens. Wir bedanken uns ganz herzlich für die vorbildlichen und von großer Ausdauer geprägten Leistungen für unseren Jagdverein und das Deutsche Waidwerk. Wir gratulieren Ihnen von ganzem Herzen für  65 Jahre aktive u. treue Mitgliedschaft in unserer JVO und im LJV Hessen 75 Jahre treue Mitgliedschaft im Deutschen Jagdverband e. V. (DJV).

Wir kommen nun zur Ehrung, d. h. zu der Aushändigung der beiden Urkunden und der Anstecknadeln. Daher bitte ich Sie auf die Bühne zu kommen. Für den musikalischen Rahmen sorgt unser Bläserkorps mit der „Ehrenfanfare“ unter der Leitung von Hornmeister Adolf Ehrlich.


Mitgliedschaft in jagdlichen Organisationen:
1937 März, erste Jägerprüfung; Aufsicht u. Abnahme Kreisjägermeister Horst
1937 - 1945 Mitglied in „Deutsche Jägerschaft“; Reichs-Dachverband
1941 März, zweite Jägerprüfung; für alles Gebirgswild
1947 – 1986 Mitglied im Jagdspanielklub e. V.
1947 - heute Mitglied in der Jägervereinigung Oberlahn e.V. (JVO)
1991 - heute Ehrenmitglied in der JVO
1963 - 1965 Verein Badischer Jäger im LJV Baden-Württemberg
1965 April, Kreisgruppe (KG) Mainz-Bingen im LJV Rheinland-Pfalz
1975 – 2006 Gründungsmitglied „Arbeitskreis Wildbiologie (AKW)“ an der Uni Gießen

Ämter und Funktionen in jagdlichen Organisationen:
1952 – 1963 Hegeringleiter in Weilburg
1955 – 1963 Schriftführer in der JVO
1963 – 1965 Schriftführer beim Verein Badischer Jäger (VBJ)
1970 – 1972 Schriftführer in der KG Mainz-Bingen im LJV Rheinland-Pfalz
1972 – 1975 Erster Vorsitzender der KG Mainz-Bingen
1974 – 1983 stellv. Mitglied im Beirat für Landespflege im Ministerium WLF
1974 – 1986 Schriftführer und Vizepräsident im LJV Rheinland-Pfalz
1955 – 1976 Vorsitzender von Jägerprüfungskommissionen
1960 – 1987 Prüfungsrichter u. Verbandsschweißrichter für Jagdhunde
1974 – 1992 Leiter der Hegegemeinschaft „Rotwild Binger Wald“
1979 – 1992 Geschäftsführer des Rotwildringes „Vorderer Hunsrück“
1982 – 1997 Stellv. Vorsitzender der Jagdaufseher-Prüfungskommission (Rh.-Pf.)
1982 – 1986 Stellv. Mitglied im Landesjagdbeirat Rheinland-Pfalz
1978 – 1986 Vorsitzender des Schalenwildausschusses im LJV Rheinland-Pfalz
1969 – 1991 Vorsitzender der Bewertungskommission im „Rotwildgebiet Taunus“

Auszeichnungen:
1960 Silberne Klubnadel vom Jagdspanielklub e. V.
1969 Silberne Wolfsangel im Verein Hirschmann
1971 Silberne Verdienstnadel vom Deutschen Jagdverband e. V. (DJV)
1973 Goldene Verdienstnadel von der Kreisgruppe Mainz-Bingen
1981 Goldene Verdienstnadel vom LJV Rheinland-Pfalz
1984 Goldene Verdienstnadel vom Jagdspanielclub e. V.